Im Rahmen unserer Abschlussarbeit zum zertifizierten Mosaikkünstler kam uns bereits im April 2018
die Idee, die entstehende Arbeit unsere Gemeinde Edingen-Neckarhausen zu schenken.
Wir wollten damit unser direktes Lebensumfeld etwas verschönern und der Gemeinde und ihren Menschen damit danken, dass sie uns so herzlich aufgenommen haben.
Unsere initiale Idee bestand darin, einen etwas unansehnlichen Mauerdurchbruch im nah gelegenen Kothe Park in Edingen mit einem Natursteinmosaik etwas aufzuwerten. 
Ein entsprechender Entwurf und ein Beispielmosaik waren schnell erstellt und so konnten wir Anfang Mai unserem Bürgermeister unseren Vorschlag unterbreiten.
Die Gemeinde nahm unsere Initiative begeistert auf. Allerdings ergab sich das Problem, dass der Kothe Park nur von der Gemeinde gepachtet ist. Als Gegenvorschlag wurde uns die Möglichkeit aufgezeigt unser Mosaik an einer Stützmauer am Neckar direkt unterhalb des Rathauses von Edingen-Neckarhausen zu erstellen.
Eine schöne Idee, wie wir fanden. Da wir mit dieser zentralen Lage noch mehr Menschen von unserem Mosaik profitieren lassen könnten.
Die geänderte Lokation brachte aber auch ein paar neue Herausforderungen mit sich und wir mussten unser Konzept etwas überdenken.
Die Lage fast direkt am Neckar ist hochwassergefährdet. Somit musste das Mosaik sehr robust und leicht zu reinigen sein. Wegen der dort spielenden Kinder mussten wir eine Verletzungsgefahr unbedingt vermeiden.
Wir entschlossen uns schließlich für ein Mosaik aus Fliesenbruch. Die Verwendung von Fliesen bietet die Möglichkeit frost- und witterungsbeständig zu arbeiten. Weiterhin hat man einen hohen Gestaltungsspielraum und kann einen relativ hohen Detailgrad erreichen.
Nicht zuletzt kann man deutlich farbenfroher arbeiten als mit Natursteinen und das Mosaik wird so etwas freundlicher und fröhlicher. Gerade schlechte Witterungsbedingungen erhöhen die Leuchtkraft der Fliesen sogar noch etwas. Fast ist es so, als würden die farbigen Fliesen die Sonnenstrahlen speichern und wieder abgeben, wenn die Sonne mal nicht scheint.
 
Für das Motiv entschlossen wir uns die besondere Form der Mauer aufzugreifen und mit einzubeziehen. Desweiteren wollten wir einen direkten Bezug zwischen unserem Mosaik, der Umgebung und der Menschen, die hier leben, herstellen. Der Betrachter sollte sofort erkennen, worum es bei unserem Mosaik geht. Sich und die Gemeinde darin wiederfinden. 
Der Turm stellt das weithin sichtbare Wahrzeichen der Gemeinde Edingen dar. Den Wasserturm.
Es folgen die Streuobstwiesen und der Übergang vom Land zum Fluss Neckar. Dieser Übergang scheint in Edingen-Neckarhausen auch in Wirklichkeit nicht immer klar definiert zu sein. Er verschwimmt mit seinen kleinen Neckar-Inseln, Nebenarmen, der Schleuse und den vielen kleinen privaten Bootsanlegern.
Auch die neu entstandene Fischkinderstube zwischen Edingen und Neckarhausen durfte in unserem Motiv nicht fehlen.
Schließlich durften wir unseren Entwurf zusammen mit einem weiteren Beispielmosaik im technischen Ausschuss der Gemeinde vorstellen.
Die kritischen Fragen des Ausschusses bezüglich Haltbarkeit, Reinigung und Verletzungsgefahren konnten wir zu aller Zufriedenheit beantworten und unser Entwurf fand allseits großen Anklang.
Es erschien sogar ein kleiner Zeitungsartikel im Mannheimer Morgen über unser Projekt.
Jetzt konnten wir uns endlich an die Umsetzung machen!
Übertragung des Entwurfs auf Originalgröße
Zuschnitt der Fliesen und Kleben auf Armierungsnetz
Vorbereitung für den Transport
Installation an der Mauer
Verfugen
Reinigung
Das finale Ergebnis
Offizielle Übergabe des fertigen Mosaiks
an die Vertreter der Gemeinde
rechts: Bürgermeister Simon Michler
links: Bauamtsleiter Dominik Eberle 

© Kerstin & Hans-Ulrich Neumannn. 

Fulminastrasse 2 - 68535 Edingen-Neckarhausen